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In ihrer ersten Ausgabe stellte „La Aurora“ Fuerteventura als „die am meisten vergessene Insel des Kanarischen Archipels“ dar. Diese Ausgabe erschien laut „Rotativa 70“, einem Blog von Studierenden der Universität Santiago de Compostela, am 7. November 1900. Und die Zeitung, die sich für die Insel einsetzte, wurde auf einer anderen Insel gedruckt: Sie wurde auf Fuerteventura herausgegeben, kam aber aus den Druckereien von Las Palmas.
Die Bibliothek der Universität von Las Palmas de Gran Canaria bezeichnet sie als die erste auf der Insel herausgegebene Zeitung. Der Forscher Mario Ferrer Peñate datiert sie auf den Zeitraum zwischen 1900 und 1906 in Puerto de Cabras und bezeichnet sie als das langlebigste und bedeutendste Projekt auf Fuerteventura in der Zeit ab 1898. Das war keine Kleinigkeit: Von den mindestens 72 lokalen Zeitungen, die es zwischen 1852 und 1982 auf Lanzarote und Fuerteventura gab, schätzt Ferrer, dass nur 15 länger als ein Jahr existierten.
Eine Familienwochenzeitung
Laut „Rotativa 70“ wurde die Zeitung von Ramón Fernández Castañeyra gegründet und von seinem Sohn José Castañeyra Carballo geleitet. Beide waren Bürgermeister der Stadt: der Vater von 1898 bis 1902, der Sohn von 1907 bis 1914.
Sie bezeichnete sich selbst als Wochenblatt für allgemeine Interessen und Literatur. Der Blog selbst hebt eine Überraschung in dieser ersten Ausgabe hervor: einen zweispaltigen Artikel zur Verteidigung des Feminismus, in dem Concepción Arenal und Emilia Pardo Bazán als Vorbilder genannt wurden.
Gerste und Steuern
In den Seiten von „La Aurora“ wurde viel über das Landleben berichtet. Ferrer erinnert daran, dass die Initiatoren der Zeitung zur Elite der Insel gehörten, die Interessen im Exportgeschäft hatte, und dass die Zeitung mehrmals um eine Befreiung von der Steuer bat.
Im Mai 1901 sprach sie sich mit einem eindringlichen Satz für die Gründung einer Landwirtschaftskammer aus: „Gleichgültigkeit, Stillstand und Lähmung sind Anzeichen des Todes.“ Außerdem führte sie jahrelang eine Kampagne gegen den neuen Einfuhrzoll für Getreide auf der Iberischen Halbinsel, ohne jedoch ihr Ziel zu erreichen, so Ferrer. Im Juni 1904 hatte sich der Ton bereits gewandelt. Nachdem sich die Zeitung über die Vernachlässigung der Insel beklagt hatte, fragte sie: „Wird dieser Tag kommen?“
Die Nuance des „Ersten“
Der Begriff „erste Zeitung“ muss noch präzisiert werden. Es heißt „auf der Insel herausgegeben“, weil sie außerhalb gedruckt wurde, und außerdem erwähnt Ferrer eine weitere, noch ältere Zeitung auf Fuerteventura, „El Eco de Tiscamanita“, die im Zeitraum von 1852 bis 1898 erschien. Sein Artikel enthält keine weiteren Details dazu, sodass die Vorrangstellung hier so bleibt, wie sie von der Universitätsbibliothek formuliert wird.
Wenn Sie es sich ansehen möchten
Man muss nicht extra ins Archiv gehen: „La Aurora“ ist vollständig in JABLE, dem digitalen Pressearchiv der ULPGC, unter jable.ulpgc.es/aurora verfügbar.
Die Originale sind Teil des Nachlasses von Ramón Castañeyra Schamann, der 1973 verstarb: 618 Bücher, 295 Exemplare der Zeitung sowie die Gegenstände und Auszeichnungen, die Unamuno ihm 1924 hinterlassen hatte. Dieser Bestand wurde der Stadtbibliothek zur Ausstellung gespendet.
